Astrologie und Naturwissenschaften

Symbole und Zuordnungen

Einfluss und Wirkung

Tierkreise, Sternbilder, Sternzeichen

Symbole und Zuordnungen

Neben anderen Definitionsversuchen wird Astrologie auch als "symbolische Sprache" bezeichnet.
Dies ergibt sich daraus, dass die Elemente der Astrologie – Planeten, Zeichen, Häuser – als Symbole verstanden werden.


Advocates have defined astrology as a symbolic language, an art form, a science, and a method of divination

Befürworter haben die Astrologie als symbolische Sprache, Kunstform, Wissenschaft und Methode der Weissagung definiert.

The New Encyclopædia Britannica, Encyclopædia Britannica, v.5, 1974, p. 916
zitiert nach Wikipedia/EN

In der Astronomie bezieht sich ein Planetenname auf den physischen Himmelskörper, während er in der Astrologie als Symbol für einen komplexen Zusammenhang dient. Der Planetenname steht für ein Netzwerk von Bedeutungen. Die Begriffe, die mit einem bestimmten Planetennamen verbunden sind, werden als Zuordnungen, Entsprechungen, Korrespondenzen oder (veraltet) Signaturen bezeichnet.

Astrologische Symbole können über diese Zuordnungen beschrieben werden. Tierkreiszeichen, Planeten (einschließlich Sonne und Mond) und Häuser sind betroffen.

Bunte glitzernde DiskokugelZum besseren Verständnis hier ein Modell:

Man kann sich das Verhältnis zwischen einem Symbol und seinen Zuordnungen als eine Kugel mit vielen Facetten vorstellen, wie eine Discokugel. (Bild links von https://www.gimpusers.de/tutorials/disco-kugel-mit-glitzereffekt)

Jede Facette steht für eine Zuordnung. Man könnte sich vorstellen, dass die Wörter auf den Facetten stehen wie auf den Bildern unten. Je nach Blickwinkel sieht man das Symbol aus einer anderen Perspektive und erkennt andere Zuordnungen, die sich jedoch alle auf das gleiche Symbol beziehen. Das Symbol selbst ist quasi "unsichtbar" in der Mitte der Kugel. Alles zusammen definiert das Symbol astrologisch. Trotz der vielen Facetten bleibt das Symbol immer ein Ganzes, alle Korrespondenzen unterliegen gleichzeitig den gleichen Bedingungen.

In den Keilschriftdokumenten Mesopotamiens sind bereits solche Zuordnungen zu finden. Der Religionswissenschaftler Koku von Stuckrad wies darauf hin, dass bestimmte Deutungen in der Astrologie seit über 2500 Jahren im Wesentlichen unverändert geblieben sind. In der„Tetrabiblos“ des Claudius Ptolemäus (um 100– nach 160), die bis in die Neuzeit als Standardwerk der westlichen Astrologie galt, sind ebenfalls Zuordnungslisten enthalten, die symbolisieren, was jedes einzelne Planeten- oder Tierkreiszeichenprinzip bedeutet.

Diese Kataloge wurden erweitert, um als "Signaturenlehre" von Paracelsus (Theophrastus Bombastus von Hohenheim 1493–1541) zu dienen. Auch die Werke von William Lilly (1602–1681), dem Vater der englischen Astrologie, enthalten solche Listen.

 

Auf diese Weise hat sich die Astrologie zu einer symbolischen Sprache entwickelt. Alles, was auf der Welt existiert, kann durch Zuordnungen in diese Sprache übersetzt werden, ihre Vokabeln sind die Entsprechungen für Horoskophäuser, Tierkreiszeichen und Planeten.

Der Planet Uranus kann als Entsprechung des astrologischen Symbols betrachtet werden.
Im "Facettenmodell" können einige seiner Zuordnungen so dargestellt werden:

Das Tierkreiszeichen Waage kann als Entsprechung des astrologischen Symbols d betrachtet werden.
Im "Facettenmodell" können einige seiner Zuordnungen so dargestellt werden:

Das IV. Haus, auch Erdraumfeld genannt ist das astrologische Symbols für die Verwirklichungsebene der im Horoskop wiedergegebenen Symbole.
Im "Facettenmodell" können einige seiner Zuordnungen so dargestellt werden:

Heutzutage gibt es Handbücher, die im Grunde wie Wörterbücher funktionieren, u.a. das "Lexikon der astrologischen Zuordnungen".  Um eine Sprache zu lernen, muss man Vokabeln lernen. Um Astrologie zu lernen, muss man Zuordnungen lernen. Die Kunst des Astrologen besteht darin, sie immer wieder neu zu kombinieren, je nach den wechselnden Himmelskonstellationen.

Aufgabe von Astrologinnen und Astrologen ist also die Interpretation der abgelesenen Symbole, um sie auf das wirkliche Leben anzuwenden. Dass dies nicht immer gelingt, wird aus der folgenden Geschichte deutlich:

Vor einigen Jahrzehnten erzählte Edith Wangemann in einem ihrer Vorträge folgende Lehrgeschichte:

Ein astrologisch gut ausgebildeter Mann wollte wissen, wie es mit seinem Leben weitergehen würde. Zu seinem Entsetzen fand er in gar nicht so langer Zeit einen Punkt, an dem alles weg sein sollte: Das aktuelle Vermögen, der ausgeübte Beruf, sein großer Freundeskreis, nahe Angehörige . . . alles nicht mehr vorhanden. Er schloss daraus, dass er zu diesem Zeitpunkt sterben werde.

Da wollte er sich noch etwas Gutes tun, verkaufte seinen gesamten Besitz und ging auf Weltreise.
Aber irgendwie klappten die gebuchten Anschlüsse nicht immer, es gab Verzögerungen, und als der berechnete Tag gekommen war, befand er sich auf einem Schiff mitten im Pazifik. Auf einem Schiff, das gerade unterging. Es waren jedoch genug Helfer zur Stelle, er wurde gerettet und auf eine Südseeinsel gebracht.

Von Sterben war nicht die Rede: Er baute sich dort eine neue Existenz auf, gewann einen neuen Freundeskreis und genoss noch viele Jahre sein "zweites Leben".

Diese Geschichte macht deutlich: Das abgelesene astrologische Symbol "Ende alles dessen, was das aktuelle Leben ausmacht" war korrekt. Seine Interpretation war falsch.

© Hannelore Goos 2024