Astrologie und Naturwissenschaften

Symbole und Zuordnungen

Einfluss und Wirkung

Tierkreise, Sternbilder, Sternzeichen

Einfluss und Wirkung

Seit mehr als 4000 Jahren versuchen Menschen den Zusammenhang zwischen den Himmelskörpern im Sonnensystem und dem Geschehen auf der Erde zu erkunden. In der Beschreibung  der Ergebnisse ihrer Forschung kommen – mangels besserer Darstellungsmöglichkeiten – häufig die Begriffe „Einfluss" und „Wirkung" vor. So steht in Astrologiebüchern, der Sonnenstand zum Zeitpunkt der Geburt „beeinflusse" das äußere Erscheinungsbild eines Menschen. Bei Gertrud Hürlimann findet sich zu jedem Himmelskörper eine Aufstellung der „Wirkungen" in den Tierkreiszeichen. Diese Formulierungen haben dazu geführt, dass Naturwissenschaftler zu der irrigen Annahme kamen, ein mit heutigen Methoden messbarer Einfluss und/oder einer physikalischen Wirkung sei gemeint.   

Dieses Missverständnis beruht auf der Vielfältigkeit in der Bedeutung beider Wörter:

Man könnte noch viele solcher Beispiele anführen. In keinem Fall geht es um einen physikalischen Effekt. Allerdings wird bei solchen Formulierungen oft automatisch ein kausaler Zusammenhang angenommen. Das ist in der Astrologie nicht so.

 

Für das Verhältnis zwischen den Bewegungen der Himmelskörper im Sonnensystem und Zuständen bzw. Vorgängen auf der Erde gibt es von alters her drei theoretische Modelle:

  1. Erstmals im 6. Jahrhundert ist das sog. „Hermetische Gesetz" zitiert, genannt nach einem hypothetischen Gelehrten, Hermes Trismegistos:

    Das was unten ist, gleicht dem,
    was oben ist, und das was oben ist,
    ist wie das was unten ist,
    ein ewig dauerndes Wunder des Einen.  

    Diese Formel besagt in einfachen Worten: Im Sonnensystem befindet sich alles zur gleichen Zeit im gleichen Bedeutungszustand.
     

  2. Eine weitere Erklärung versuchte der Psychoanalytiker C. G. Jung in seiner 1952 veröffentlichen „Synchronizitätstheorie" zu formulieren. Damit bezeichnete er den Umstand, dass Ereignisse gleichzeitig auftreten, bei denen ein Zusammenhang erkennbar ist, ohne dass das eine das andere verursacht. Ein praktisches Beispiel für eine solche non-kausalen Beziehungen ist die Verwendung einer Uhr. Die Uhr zeigt die Zeit, aber sie verursacht nicht. Das Angezeigte: „12 Uhr Mittagspause“ ist auf einer Uhr ablesbar. Das Anzeigegerät verursacht aber weder die Zeit noch die Mittagspause. Entsprechend wird der „abgelesene“ Zustand des Sonnensystems in der Astrologie auch „Zeitqualität“ genannt.

  3. Auch Dane Rudyar versuchte sich an einer Erklärung des Zusammenhangs zwischen Planetenbewegungen und irdischen Vorgängen. Unter Bezug auf die holistische Philosophie von Smuts betrachtet er das Sonnensystem als eine „Ganzheit", die sich aus vielen Ganzheit auf unterschiedlichen Ebenen zusammensetzt: Planeten, Sonne, Mond, Staaten, Menschen, Tiere, usw. Jede der genannten Objekte ist eine Ganzheit, die sich wiederum aus weiteren Ganzheiten zusammensetzt. Diese Ansicht erinnert an die sogenannten „Fraktale", grafische Darstellungen von mathematischen Funktionen, die bei jeder Vergrößerung eines Teils immer wieder die gleiche Struktur zeigen.

Letztlich beruhen alle diese Denkmodelle darauf, dass es keine kausale Verbindung zwischen den astronomischen Bewegungen im Sonnensystem und Vorgängen auf der Erde gibt, sondern eine analoge. Diese ist allerdings in Datensammlungen seit vielen Jahrtausenden belegt. Die Himmelskörper im Sonnensystem bewegen sich von einer zur anderen Position. Für die Bedeutung der verschiedenen Positionen werden seit mehr als 4000 Jahren Stichworte gesammelt. Die Himmelskörper verursachen aber nicht die ihren Positionen zugeschriebenen Bedeutungen.

Die von der Erde aus zu beobachtenden Bewegungen von Sonne, Mond und Planeten verursachen also nicht die Bedeutung von Vorgängen auf unserem Planeten, sie zeigen sie an. Und da die Planetenbewegungen sehr differenziert sind und teilweise auch sehr langsam, bildet das Sonnensystem als kosmische Uhr ein differenziertes Ableseinstrument.